15ter Platz bei Podersdorfer Langdistanz
Der 21. Austria Triathlon in Podersdorf am Neusiedler See sollte für Patrick Kümmel die Premiere auf der Langdistanz werden. Es wurde eine Premiere mit Paukenschlag. In 9:45:22h überquerte er am 30. August als 3ter seiner Altersklasse und 15ter Gesamt die Ziellinie und alle waren überrascht.
Im Folgenden sein Erfahrungsbericht.
Nachdem ich Anfang 2007 den Triathlonsport für mich entdeckt hatte, wollte ich dieses Jahr meine erste Langdistanz in Frankfurt absolvieren, wovon ich bereits als Jugendlicher geträumt habe und es aufgrund der Dimensionen (3,8/180/42,2) damals schnell als „Spinnerei“ abgehakt und ad acta gelegt hatte. Leider musste ich auf meinen Start aufgrund des Prüfungsstresses meines in der Endphase befindenden Bio-Bachelor-Studiums schweren Herzens verzichten. Deshalb wurde dann die Mitteldistanz in Erlangen, dem Heimrennen meiner Freundin Julia, die ihre erste Olympische absolvierte, zunächst mein Saisonhöhepunkt. Dort lief es für mich auf meiner 4. Mitteldistanz mit 4:06, was einem 32. Gesamtrang und dem 5. Platz in meiner Altersklasse (M 25-29) von insgesamt 449 Startern entsprach, doch recht gut. Speziell die Laufzeit mit 1:24 machte mir und Susa nicht zuletzt aufgrund meiner langen Laufpause im Winter (Knochenhautentzündung) Mut etwas mehr zu wagen.
Nach Rücksprache mit Susa, die ich in meinem ersten Triathlon-Trainingslager in Mallorca im April 2007 kennen lernte und die mich nun seit Ende Mai 2007 mit ihren Trainingsplänen "quälen" :-) durfte (nee, Spaß!!! Hat riesig Spaß gemacht!!! Danke!!!), habe ich mich dann doch noch für meine 1. Langdistanz am 30. August 2008 in Podersdorf am Neusiedlersee (21. Austrian Triathlon) entschieden, wo Julia ihre erste Mitteldistanz absolvierte und ich mir meinen Jugendtraum erfüllen konnte.
Dort ging ich mit insgesamt 250 Startern auf der Langdistanz an den Start (zusätzlich noch Staffelstarter auf der Lang- und Mitteldistanz und Einzelstarter auf der Mitteldistanz) nicht zuletzt wegen des abgespeckten Trainingsumfanges und den kleineren Wehwehchen im unmittelbaren Vorfeld des Wettkampfes (ein Tag zuvor noch Schmerzen im Schienbein und Zwicken im hinteren Oberschenkel) nach einer Kaiserschmarrnparty (lecker!) am Vorabend gestärkt ohne Druck und große Erwartungen an den Start. Ich wollte nur unter 11 Stunden bleiben (naja, geliebäugelt hab ich schon bissle mit 10 Stunden (aber nicht wirklich dran geglaubt).
Nachdem der Wind einen Tag zuvor stark zugenommen hatte, hatte selbst der Neusiedlersee, durch den man angeblich komplett durchlaufen kann (?), Wellengang, der einigen Startern doch sehr zu schaffen machte (gell, Julia :-)). Aber aufgrund meiner Erfahrungen bei meinem Start in Clearwater (Florida) 2007 (Schwimmen im Meer) hatte ich damit Gott sei Dank keinerlei Probleme. Das Schwimmen (2 Runden) war ein bisschen chaotisch, da selbst vor dem unmittelbaren Start im Wasser kaum einer genau wusste wie der Streckenverlauf sein würde bzw. wo wie viele Bojen zu umschwimmen waren. Ich dachte mir dann halt: „einfach der großen Masse hinterher“. Obwohl bereits da der rechte Knöchel schmerzte (hatte da schon bissle Bammel vor den nächsten Stunden) und ich in dem Getümmel den ein oder anderen Tritt auf die Schwimmbrille, ins Gesicht (verbunden mit Lippenbluten) oder in die Rippen bekam, konnte ich mit der 32. Schwimmzeit (1:10) sicher zufrieden sein. Naja, nach einem wie immer für mich "berauschenden" 1. Wechsel (3:50), hatte ich auf der Radstrecke wieder einiges gut zu machen.
Diese war total flach (wie Susa im Vorfeld sagte: "Die einzigen Anstiege sind 2 Kanaldeckel!" :-)) a 45 km, die es 4 mal zu durchfahren galt. Die Landschaft war echt malerisch! Die Strecke ging durch den Nationalpark Neusiedlersee und führte durch eine unbeschreibliche Landschaft mit unzähligen Weinfeldern. Dort konnte ich meiner Vorliebe voll entfalten. Das Rad fahren. Hoher Gang, Gas geben und das ganze sogar ohne Schmerzen. Auch wenn nach der 2. Runde der Wind stärker wurde und die letzten 10 km jeder Runde (komplett Gegenwind) von Apetlon und Illmitz nach Podersdorf schon hart waren und ich mich von Zeit zu Zeit über diese „Windschattenfahrer“ (Versteh nicht, was das soll. Ich könnte danach nicht in den Spiegel schauen, wenn ich doch genau weiß, dass meine Leistung dadurch positiv beeinflusst wurde, und nie stolz darauf sein, da es nicht meine Leistung entspricht und alles andere als "fair play" ist!!!) etwas aufregen musste (naja, hat mich evtl. sogar noch motiviert bzw. stärker gemacht) fühlte ich mich auf dem Rad richtig gut und bin fast geflogen. Mit der 16. Radzeit (4:53) konnte ich dann auch super zufrieden sein und war total überrascht in der Wechselzone kaum Räder vorzufinden. War echt erst mal voll irritiert, da mir meine Platzierung auf dem Rad gar nicht so bewusst war, da sowohl die Mitteldistanz- als auch noch die Staffeln unterwegs waren.
Dann ging es auf die 4-mal zu absolvierende Wende-Laufstrecke. Dort hatte ich aufgrund von einem Verpflegungsfehler (zu geringe Kohlenhydrataufnahme) ab der 2. Hälfte der 1. bis Anfang der 3. Runde doch teilweise ganz schön mit mir zu kämpften und hoffentlich Einiges dazugelernt, was die Laufverpflegung angeht. Dazu kam noch der Kopf, da ich teilweise von anderen Läufern einfach links liegen gelassen wurde und dadurch bissle an mir zweifelte und nach den ersten 10 km sogar dennoch noch 11. war, was mich total überraschte und ich mich die folgende Runde ärgerte, dass ich hier so "abkacke" bzw. "stehen gelassen" wurde (stellte sich aber am Ende raus, dass da einige Staffelläufer an mir vorbei geflogen sind!). Aber spätestens danach hatte ich mich endlich daran erinnert, dass ich hier doch eigentlich nur durchkommen wollte und mein Tempo gefunden und mich wieder gefangen! Auf der letzten Runde konnte ich sogar noch mal gut Tempo machen und den ein oder anderen (insgesamt 4-5) wieder überholen, die mir auch nicht mehr folgen konnten. Mit einer Laufzeit von 3:35 (30. Laufzeit) kam ich letztlich mit einer Gesamtzeit von 9:45:22 (Florian Greckl, der Sieger, brauchte 8:45:40 und einer der Favoriten und mehrfacher Gewinner dieses Wettkampfes der Vorjahre, Alex Frühwirth, trotz umstrittener Zeitstrafe nach dem Radfahren als Zweiter 8:50:10) als 15. insgesamt und als 3. in meiner Altersklasse ins Ziel und das wie gesagt von 250 Startern bzw. 204 Finishern. Damit hätte ich und Susa (die sogar dem Start selbst nach dem Trainingsverlauf im Vorfeld etwas skeptisch gegenüberstand (Info nach dem Rennen)) NIE IM LEBEN MIT GERECHNET. War ein super Rennen und bin voll froh, wobei ich das erst 2 Wochen später so richtig nachvollziehen konnte, nachdem ich mit vielen Bekannten darüber gesprochen hatte, denen ich zuvor meist gar nichts erzählt hatte, um mir Druck zu nehmen (selbst mein bester Kumpel Kay erfuhr erst ca. 1 Woche davor davon). Und ich bin nun sogar richtig stolz auf mich und meine Leistung und denke, dass ich das aus gutem Grund auch durchaus sein kann. Und zwar vor allem da ICH es (im Gegensatz zu dem ein oder anderen vor mir und natürlich vor allem nach mir) komplett OHNE Windschattenfahren geschafft habe!!!
Es war ein super Wettkampf in einer tollen Umgebung. Auch von den Zuschauern wurde das Event gut angenommen. Sicher ist die Atmosphäre nicht mit Frankfurt oder Roth vergleichbar. Aber im Zielbereich in unmittelbarer Nähe des größten Campingplatzes Österreichs und in den 4 Dörfchen auf der Radstrecke (Frauenkirchen, Apetlon, Illmitz und Podersdorf (der Rest war wunderschöne Natur pur) war schon gut was los. Speziell für die, die sich die teilweise schon unverschämten IRONMAN-Startgebühren und die Startplatzvergabemodalitäten von über einem Jahr Vorlauf zuvor sparen wollen, kann ich diesen Wettkampf nur empfehlen. Hier war auch noch eine Anmeldung 2 Wochen vor dem Start kein Problem. Allerdings ist auch hier ein immer größerer Zuspruch zu verzeichnen und dieses Jahr eine Teilnehmerzunahme von mehr als 50 % erreicht wurde. Danken möchte ich abschließend an dieser Stelle noch meiner Mutter, meinen beiden Brüdern und meiner Freundin Julia, die mittlerweile mein doch recht zeitaufwendiges Hobby neben dem bereits zeitraubenden Studium akzeptieren und sogar richtig stolz auf mich sind (gell Mama?!), und auch Susa, ohne die ich das auf keinen Fall so bzw. mit dem Ergebnis geschafft hätte. DANKE EUCH ALLEN!!!
Für die Zukunft wäre nun natürlich auch Hawaii früher oder später ein richtiger Hit. Jedenfalls irgendwann einmal. Denn 2009 werde ich zunächst mal aussetzen, da ich mir mit meiner Freundin den ein oder anderen schönen Flecken auf unserer Erde anschauen möchte und dann auf Triathlon (nachdem es jetzt so gut lief) mit mindestens einem weinenden Auge verzichten muss. Naja eigentlich will ich es ja auch. Ist ein weiterer Traum von mir, den es zu erfüllen gilt.
Nachricht vom 28.10.2008
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