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Simone Brändli – „Erneut Ironman Champion“

Apr
11
2014
Simone Brändli – „Erneut Ironman Champion“

Der Ironman Südafrika hat es Simone angetan. Im letzten Jahr schaffte sie mit viel Pech schon Rang 4, in diesem Jahr sollte das noch zu steigern sein. In einem spannenden Rennen machte sie Ihren Traum vom Gewinn eines Ironman zum zweiten Mal war und überquerte das Ziel als erste. Hier Ihr Rennbericht zum Wettkampf am letzten Wochenende.

Um 3:53 Uhr (ich bin ein Zahlen-Freak 😉 klingelte der Wecker. Zwar war ich sowieso schon wach, weil mir das ruhige Schlafen vor dem Rennen immer etwas schwer fällt, aber dennoch geht bei mir die Nervosität so richtig mit dem Wecker los. Die Vorbereitung lief optimal, in dem Sinne, dass mein Mann Reto dabei war und selbst nicht startete und sich so alles nach mir richtete. Meine Eltern, die in Africa reisend unterwegs waren, waren ebenfalls vor Ort und sogar mein Cousin, der als Pilot gerade die Kapstadt-Flugrotation wahrnahm, war angereist. Das gab mir wirklich enorm viel Motivation, ebenso die guten Wünsche, gedrückten Daumen und Pfoten aus der Schweiz und Deutschland!

Das Schwimmen lief anfangs erfreulich gut, weil ich es mir fest vorgenommen, (mental) trainiert und allen Mut zusammengenommen hatte, wie von der Tarantel gestochen zur ersten Boje zu crawlen und dranzubleiben. So konnte ich es von Anfang an in die schnelle Gruppe schaffen, jedoch bei den Wendebojen nach 1,9km verlor ich leider den Anschluss. Also kämpfte ich mich alleine durch die Wellen zurück. Dennoch konnte ich gegen hinten einen soliden Abstand heraus schwimmen und nach vorne verlor ich nicht all zu viel.

Auf dem Rad und dem Marathon plante ich, „mein Rennen“ zu machen. Es ist meine grosse Stärke, konstant wie eine Schweizer Uhr zu fahren und zu laufen. Mental heisst es aber, gelassen und geduldig zu bleiben, wenn die Konkurrentinnen losdonnern. Das ist mir definitiv gelungen, so dass ich jeweils auf der zweiten Hälfte deutlich schneller als die Anderen unterwegs war und so den Sieg heimbringen konnte. Es lief nichts schief, keine Pleiten, Pech und Pannen 😉 Angesichts des sehr starken Feldes, hätte ich tags zuvor einen Podestplatz sofort unterschrieben. Und so war mir auch auf dem Marathon stets klar, dass bis zur Ziellinie alles passieren kann. Denn ich wusste nicht, ob sich hinter mir noch ein Gewitter zusammenbraute, waren doch noch bekanntlich sehr gute Läuferinnen hinter mir, wie etwa die Vorjahressiegerin Jessica Donnovan. Mir wurde zwar immer reingerufen, wie der Rückstand schmolz auf die führende Swallow und Lucie Gossage, aber besonders Lucie ist eine starke Läuferin und Swallow war mit einem Polster von 8min Abstand losgelaufen. Ich selbst war zwar in guter und trainierter Pace unterwegs, überzockte nicht, aber es kann immer eine Kriese kommen, der Hammermann ist unberechenbar! Auf der letzten Runde war mir aber klar, dass es reichen kann. Ich lief zuerst an Lucie vorbei, einfach weiter mein Tempo und kurze Zeit später an Jodie. Da beide aber einen starken Kampfgeist haben, blieb mir kein Genuss auf den letzten Kilometern. Im Gegenteil; ich rannte, was noch drin lag, gefühlt gesprintet, um wenigstens die letzten 200m auf der Zielgeraden auskosten zu können. Es war ein super spannendes Rennen, das viel Energie, Nerven und mentales Können forderte. Dass ich mich nun erneut Ironman Champion nennen darf, ist für mich somit eine kleine persönliche (zweite) Sensation 🙂

In Erinnerung bleiben werden mir aber auch die Emotionen derjenigen Finisher, die es kurz vor der „cut off time“ um 24.00 Uhr noch ins Ziel geschafft haben. Ich durfte diesen eine Medaille überreichen und so an deren persönlichem Highlight teilnehmen. Die Freude in den Augen kann man nicht in Worte fassen, ebenso wenig wie das unglaubliche Gefühl, beim Zieleinlauf!

 

Simone Brändli

Simone Brändli IM SA 2014 Lauf

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