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Johannes Nehls – 4:50h beim Challenge in Roth und Platz 5 mit seiner Trophy Staffel

Jul
31
2014
Johannes Nehls – 4:50h beim Challenge in Roth und Platz 5 mit seiner Trophy Staffel

Der Datev Challenge Roth bedeutete für Johannes Nehls das erste 180km Einzelzeitfahren seiner sportlichen Karriere. Seit Herbst letzten Jahres bereiteten wir dieses akribisch vor. Ein Trainingslager auf Fuerteventura wurde im Frühjahr dafür eingelegt, in den kalten Monaten viel Schweiß auf der eigens dafür angeschafften Rolle vergossen. Der Leistungsmesser stand dabei von Anfang an im Mittelpunkt des Trainingsaufbaus. Regelmäßige Tests zeigten stetige Steigerungen und motivierten zusätzlich den Weg weiter zu gehen. Vorbereitungswettkämpfe wie der Challenge Kraichgau oder der Rothsee Triathlon prognostizierten bereits im Vorfeld eine ausgezeichnete Form die am 20. Juli in eine gute Zeit beim Challenge in Roth umgesetzt werden sollte. Und die hat Johannes auch erfolgreich umgesetzt. 4:50h bei extremen Bedingungen bedeuteten am Ende die 15te Radzeit unter allen Staffeln. Mit seinen Staffelkollegen erreichte Johannes den 5ten Platz in der Wertung der Trophy Staffeln als Tri-Team Nehls.

Herzlichen Glückwunsch zu Eurer Teamleistung!

Wie es speziell Johannes am 20. Juli erging schreibt er hier in seinem Wettkampfbericht:

Die Saison 2014 verlief bis dato für mich nach drei erfolgreichen Vorbereitungswettkämpfen sehr gut und alles verlief nach Plan. Die Form ist da und somit startete ich positiv motiviert mit der Trophy-Staffel „Tri Team Nehls“ zum Saisonhöhepunkt dem Challenge Roth.

Der Renntag begann für mich erst um 6 Uhr früh, da mein Staffelschwimmer um 8:45 Uhr startete. Gleich nach dem Aufstehen die Verpflegung angemischt und dann ab ins Auto nach Hip in die Wechselzone. Dort angekommen, Wade kennzeichnen lassen, kurzer Bike Check und dann Frühstück. Während die Profis schon aufs Rad wechselten, aß ich also noch genüsslich ein paar Toasts im Schatten. Ja Schatten war beliebt am Sonntag, denn es waren diesmal subtropische Bedingungen beim Challenge und somit nicht gerade ein Wetter für Bestzeiten.

Aufgrund der hohen Temperaturen habe ich mich im Vorfeld dazu entschieden von Beginn an ohne Visier an meinem Zeitfahrhelm zufahren, zumal ich durch die Staffelsituation in die pralle Mittagshitze gerate und die Belüftung unter dem Helm so besser ist! Nach dem kleinen Picknick im Schatten folgte ein lockeres Aufwärmen und dann ab in die Wechselzone auf den Schwimmer warten.

Nach der Chipübergabe ging es dann endlich los. Die Sonne brannte bereits schon ganz schön auf die Straßen und klar, die Radstrecke war nun richtig voller Athleten. Also hieß es aufmerksam fahren und mit genügend Abstand überholen. Nach 70 km dann das erste große Highlight der Solarerberg, diesmal jedoch aus der geileren Sichtweise, nämlich selber auf dem Rad hochjagen! Super Stimmung und Lärm ohne Ende, genial! Kurz vor Solar dann die erste Verpflegung entgegen genommen und weiter gings. Die erste Runde verlief gut und als ich in Eckersmühlen auf meinen Edge schaute der bei 2:20 Std. stand war ich voll im Soll und happy das bis hierher alles nach Plan lief. Dann weiter auf der Überholspur nach Heideck. Dort bei der Verpflegungsstation am Anstieg angekommen (circa km 102) plötzlich Krämpfe in beiden hinteren Oberschenkeln. Ich wurde zum Anhalten gezwungen sonst wäre ich vom Rad gefallen. „Scheiße was denn nun, Krämpfe hattest du während der Belastung noch nie!“ schoss mir durch den Kopf! Ich hatte den Natriumverlust aufgrund der enormen Hitze wohl doch etwas unterschätzt und obwohl ich Saltztabletten zuführte war die Dosis bis dahin anscheinend zu gering, was ich sofort änderte und die doppelte Dosis mit Wasser runterspülte. Dann wieder aufs Rad und mit leicht verbissenem Gesichtsausdruck noch durch die Verpflegungsstelle. „Water, Iso, Gel“ wurde ich gefragt, „gibt’s auch ‚keine Krämpfe’ habe ich mir gedacht…

Also weiter den flachen und schnellen Teil der Strecke nach Greding, auf der Geraden spürte ich dann auch nicht mehr das „Anspannen“ in den Oberschenkeln was ich nun bei jedem Anstieg fühlte. Aber dann kam der Kalvarienberg zum zweiten Mal und da waren die Krämpfe auch schon wieder zurück. Wieder musste ich absteigen, Krämpfe irgendwie rausdehnen! Ein Freund kam hat mein Rad gehalten und mich motiviert. Auch die anderen „Tri Team Nehls“ Fans pushten mich durch das selbst gestaltete Bettlaken was gespannt war, so konnte ich nur wieder weiterfahren, ergriff noch eine Banane an der Verpflegung und kämpfte mich hoch in die Einöde nach Röckenhofen. Mittlerweile brannte die Sonne unerbittlich herunter, einige Athleten saßen verzweifelt am Straßenrand unter vereinzelten Bäumen um sich vor der Sonne zu verstecken und sich mit Wasser abzukühlen. Die Hitze machte mir nun auch mehr und mehr zu schaffen, denn auch mein Magen begann zu rebellieren. Ab km 130 hatte ich das Gefühl ich müsse mich dauernd übergeben, es wollte bloß irgendwie nicht ganz klappen mit der Brecherei. (Verwunderlich, denn bei den meisten Athleten kam an diesem Tag alles binnen Minuten wieder hoch was gerade erst in ihren Mägen verschwand!) Wenn man dann so in einem kleinen Tief vor sich hinfährt, kommen dann gleich die negativen Gedanken (die natürlich nicht kommen sollten) und man denkt: „du musst jetzt noch das und das fahren, bis das und das kommt und dann sind es noch x Km bis in Ziel!“. Ich war schon demoralisiert weil es in der ersten Runde so gut lief und plötzlich nichts mehr nach Plan.

Egal, zwischenzeitlich ging es mal wieder besser und ich versuchte zu drücken was noch ging. Aber die Wattwerte waren im Vergleich zur ersten Runden um Klassen schlechter. Nun gut, die Mission ab km 150 lautete dann nur noch. „Ab ins Ziel und jetzt noch unter 5 Std. bleiben!“ Danke an alle die mich angefeuert haben so dass ich die letzten 5 km sogar nochmals etwas das Tempo verschärfen konnte und endlich das Ziel vor Augen hatte. Die Uhr stoppte bei 4:50 Std. als ich den Transponder an meinen Staffelläufer übergab und erst mal unter einem Sonnenschirm Schatten suchte!

Ich war a) froh das ich es bis ins Ziel geschafft hatte und b) aber auch nicht ganz so zufrieden mit der Zielzeit, denn Matthias und ich wussten beide, es wäre mehr drin gewesen. Es dauerte ein paar Tage bis ich alles verarbeitet hatte, Rückmeldungen von anderen Athleten und Glückwünsche bekam und so langsam realisierte, dass ich trotz den schwierigen Bedingungen für den Anfang eine ganz ordentliche Zeit gefahren bin. Nun war ich c) zufrieden! J

Wir belegten mit 9:23 Stunden den 5. Platz in der Trophy-Wertung und mit 4:50 Stunden fuhr ich sogar die 15. schnellste Staffelradzeit.

Großer Dank gilt meiner Freundin die mich immer unterstützt und auch abseits der Strecke bestens verpflegt und meinem Trainier Matthias für die zuverlässige und professionelle Betreuung.

Ebenso meiner Familie und Freunden die stets zur Stelle sind wenns mal brennt und mich unterstützen.

Ich freue mich schon jetzt auf den Challenge 2015 bei hoffentlich etwas milderen Temperaturen!

 

Bis dahin schön Kette rechts,

 

 


Johannes Nehls

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