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Simon Weiss – Marathon Berlin „Was ein geiler Scheiss!!!“

Sep
26
2017
Simon Weiss – Marathon Berlin „Was ein geiler Scheiss!!!“

Simon Weiss, oder wie läuft man in knapp 5 Monaten 2:44h, im allerersten Marathon!

So könnte die alternative Überschrift über diesen Artikel lauten.

Nachdem Simon 2016 seine Triathlonambitionen vorerst an den Nagel gehängt, den Fokus auf die Arbeit gelegt und als weiteres Hobby die Liebe zum Surfen für sich enteckt hat, bin ich ehrlich gesagt nicht davon ausgegangen so schnell wieder von ihm zu hören. Umso überraschter war ich im April diesen Jahres, als das Telefon klingelte und Simon am anderen Ende war.

Deja vu, so ähnlich erging es mir auch mit seinem Bruder Felix ein halbes Jahr zuvor.

Simon meine er hätte sich für den Halbmarathon in München gemeldet, der ist aber schon in 8 Wochen, ob ich ihn bis dahin vorbereiten könnte. Bewegt hat er sich schon ein wenig und auch regelmäßig, aber nicht wirklich trainiert und ach ja es sollte schon deutlich unter 1:20h gehen. Aha!:)

Bei den meisten anderen hätte ich wohl gesagt, lass es uns noch mal probieren, wenn wir mehr Zeit dafür haben, nachdem ich Simon aber schon viele Jahre trainiert habe und sein Talent kenne, sagte ich nur, wir versuchen es.

Gesagt getan, ganze 6 Belastungswochen hatten wir, den Weg zur und von der Arbeit haben wir ins Lauftraining mit aufgenommen, um seine wenige Zeit gut zu nutzen und dann stand auch schon der Halbmarathon in München vor der Tür. Nach 1:16h lief Simon übers Ziel, nach nur 8 Wochen Vorbereitunszeit und über einem Jahr Trainingspause. Talent ist was schönes!:)

Nachdem Simon sein Ziel erreicht hatte, dachte ich mir, dass er sich nun wieder eher den angenehmeren Seiten des Lebens zuwendet. Es soll ja schönere Dinge geben, als Intervalle zu rennen. Aber Simons Wettkampffieber war wieder geweckt. Im Telefonat nach dem Halbmarathon meinte er, er könnte noch einen Platz für den Berlin Marathon bekommen, ob ich ihn auch dabei unterstützen würde. Klar machen wir, aber da müssen wir dann schon noch ein wenig Gas geben, entgegnete ich.

Diesmal hatten wir wenigstens etwas mehr Zeit und die Vorbereitung auf den Halbmarathon war ja auch schon in den Knochen, also los geht es. Wir einigten uns mal drauf, dass 2:50h ein realistisches, aber auch anspruchsvolles Ziel für den ersten Marathon sein würde und legten los.

Die Trainingsfeedbacks waren verheißungsvoll, Simon konnte die Trainingspace immer gut bewältigen und die Strukturen spielten auch mit. Keine Verletzungen oder Überlastungen, die nach so langer Trainingsabstinenz und dem schnellen Aufbau nicht ausgeschlossen waren.

Als der Marathon dann vor der Tür stand und ich mir die Trainingsdaten so ansah, war mir klar, das kann auch eine 2:45h werden. Im letzten Telefonat legten wir dann die Marschtabelle und die Ernährungstaktik für Berlin fest und es konnte losgehen.

Sonntag kurz nach 11:30h schaute ich dann mal in die Ergebnisse des Marathons. Viele „Weiss“ waren da am Start, aber nur hinter einem stand schon eine Zeit. Simon Weiss, 2:44:09h. Wahnsinn und das in der kurzen Zeit! Klasse!

Simon, Du hast das richtig geil durchgezogen, ich bin sehr stolz auf Dich, meinen Glückwunsch!!!:)

Jetzt erst mal ausruhen und ab in die Brandung.

 

Wie es Simon erging, das lest ihr hier:

Zum Beginn ein kurzer Rückblick:

 

Nach über einem Jahr Wettkampf- und Trainingspause hat es mich Anfang des Jahres dann doch wieder mal in den Zehen gejuckt. Es folgte die Anmeldung zum Münchner Halbmarathon. Mit einer Vorbereitungszeit von sechs Wochen und einem anspruchsvollen Ziel war die erste Reaktion: Hörer in die Hand nehmen und den Cheftrainer über das Vorhaben unterrichten. Kurzum: der HM lief mit 1:16h erste Sahne und das gesteckte Ziel wurde erreicht. Wars das? Nein, bei der Form muss der Marathon natürlich auch herhalten. Es folgte die Anmeldung zum Berlin Marathon. Diesmal mit einer Vorbereitung von 3 Monaten (inkl. 15000Hm Alpenüberquerung dazwischen). Das Ziel wie gehabt anspruchsvoll. Matthias legte die Marschroute mit 2:45:00 fest (ich dachte bis zum letzten Telefonat sub 2:50h sei das Ziel).

 

Das Rennen:

 

Spätestens als ich mit über 40.000 anderen Läufern auf der Strasse des 17.Juni an der Startlinie stand, ging der Puls vor Aufregung fast durch die Decke. Bewaffnet mit Gels, Salztabletten und Zeitplan ging es auf die ersten Kilometer. Im Slalomlauf (ich musste aus dem 3:05h Startblock starten) und einer kurzen Pinkelpause ging es bis km 10 im 4er Schnitt noch relativ gemütlich los. Bis km 16 zog ich dann etwas das Tempo an damit die Zwischenzeit passte. Auch noch entspannt. Ab km 16 ging es ans Eingemachte, Tempo auf 3:45 verschärfen und munter Läufer einsammeln. Der Magen und die Beine spielten mit und ich konnte das Tempo bis circa km 35 halten. Ab da wurde es dann langsam hart, ab km 37 dann Tunnelblick, Gel, Trinken, Gel, Trinken und irgendwie ins Ziel retten. Der letzte Kilometer hat dann noch ein bisschen beflügelt, sodass im Ziel eine Zeit von 2:44:09h für 42.195km stand. Was ein geiler Scheiss!!! Es hat wirklich geklappt.

 

Ich konnte im Ziel zwar nicht mehr richtig stehen und ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr an viel des Streckenverlaufs erinnern, aber was solls ist ja schließlich kein Urlaub. Was das Härteste war? Ganz klar: die 3km vom Ziel ins Auto zu humpeln. Auch einen Tag später sieht das Gehen noch kein Stück besser aus. Dafür gehts jetzt aber erstmal 2 Wochen Wellenreiten.

 

Der größte Dank geht an den Cheftrainer! Danke Matthias. Wer einen Marathon-Plan passgenau auf die Minute auslegt, soviel Ruhe ausstrahlt und immer die richtigen Worte findet trägt den Großteil des Erfolgs. Ich bin stolz einer deiner Athleten zu sein. More to come…

Simon Weiss

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