3.Gesamtplatz beim Elbaman
Nachdem der Norseman mit jeder Woche mehr nach dem Rennen sein Gesicht mehr und mehr gezeigt hat, war schnell klar, dass ich mein eigentliches Saisonziel Challenge Barcelona nur als Urlaubsziel ansteuern werde. Trotzdem wollte ich die Saison sportlich beenden, allerdings schien mir die Mitteldistanz meinem Zustand zufolge passender. Der Elbaman stand auch schon seit vielen Jahren auf meiner „To-Do-Liste“ und war 4 Wochen nach dem Norseman genau das Richtige als mein Abschlussrennen. Bekannt für eine sehr schwere, aber landschaftlich wunderschöne Strecke, hat der Elbaman viel Ähnlichkeit mit dem Norseman. Wieder ein Rennen, bei dem Schnelligkeit keine, Kraft aber dafür umso mehr die entscheidende Rolle spielt. Grundsätzlich ja gut für mich.
Zusammen mit meinem Vater bin ich per Auto und Fähre 3 Tage vor dem Rennen auf der traumhaften italienischen Insel angereist, die mir noch aus Kindertagen bekannt war. Trotz Müdigkeit und Rückenschmerzen in der Vorwoche war die Lust auf das Rennen und die Bereitschaft mich nochmal richtig zu „schinden“ groß. Da ich im Gegensatz zum Norseman kein Supportteam im Rennen bei mir haben durfte, hatte ich mir mein Wärmepflaster gegen die Rückenschmerzen schon vor dem Rennen aufgeklebt. Blöder Fehler, wie sich später rausstellen sollte. Das Schwimmen verlief für mich wie meistens im Meer ohne große Probleme und ich kann fast sagen, dass ich richtig Spass dran hatte. Weniger Spass als ich nach 10km auf dem Rad im ersten Schritt bemerkt hab wie müde meine Beine noch sind, im zweiten Schritt dann, dass ich auf irgendetwas Undefinierbarem zu Sitzen schien. Das undefinierbare hab ich mit einem Griff an meinen Rücken schnell als mein Wärmepflaster entlarvt. Ich hätte sehr gern ein Foto von meinem Gesicht in diesem Moment. Und von den Gesichtern der Mänenr hinter mir, als ich mir das Pflaster aus meiner Radhose riss. Die nächsten 10km hab ich unter ziemlicher Panik, dass plötzlich der Effekt des Pflasters einsetzten könnte verbracht. Zumindest eine kurze Zeit, die ich unter zusätzlichem Adrenalin unterwegs war. Es half aber nicht, gegen die immer stärker werdende Müdigkeit anzukämpfen, die sich mehr und mehr breitmachte, von den Schmerzen im Rücken nicht zu sprechen. Trotzdem hatte ich meinen Spass auf dem Rad, nur ungewöhnlich lahm unterwegs. Als gesamt vierte konnte ich mein pinkes Planet X in der Wechselzone abstellen und meine Laufschuhe anziehen. Leider kam schon ziemlich bald von hinten noch eine Schweizer Athletin angestürmt, die mit dem am Ende schnellsten HM Splitt noch auf Platz 2 vorlaufen konnte. Da der Abstand nach Vorne und Hinten sehr große war, hatte ich mich eigentlich mit dem fünften Platz bereits abgefunden, mit dem Ziel aber zumindest mein Tempo bis zum Ende sauber zu halten. Dank der Möglichkeit mich auf jeder der 5 Runden selbst zu verpflegen konnte ich mich perfekt ernähren und siehe da, gegen Ende hat sich tatsächlich etwas das man als „zweite Luft“ bezeichnen könnte, gemeldet. Den beiden Mädels vor mir ging es wohl genau umgekehrt, denn am letzten Wendepunkt waren sie plötzlich mit 30 und 60 Sekunden in noch möglicher Reichweite. Als den H..ern nochmal zusammen gezwickt und das Tempo ein wenig erhöht, konnte ich die beiden tatsälich schnell und auch deutlich einholen und distanzieren und durfte mich dann auf den letzten 2km freuen, mir noch den 3. Gesamtrang erkämpft zu haben. Ein dickes Danke an meine Dad, der mich perfekt versorgt hat während der Tage vor und während dem Rennen! Es hat einen Heiden Spaß gemacht mit ihm noch 5 Tage in Italien zu verbringen, bevor es in die nun doch verdiente Pause ging. Mit meiner Saison bin ich nach dem Sieg beim Norseman sehr, sehr zufrieden, da ich damit einen sportlichen Lebenstraum erfüllen konnte. Schon in Kürze werde ich einen kleinen Ausblickauf das nächste Jahr geben. Es ist mir tatsächlich gelungen noch eine neue Herausforderung nach dem Sieg beim härtesten Langdistanzrennen, zu finden.