Alleine unter Gebirgsjägern - IM Österreich
Abend auch….
Samstag um „halb acht nach der Sportschau“ oder so ähnlich ein Blick auf die Wetterkarte und irgendwie das Gefühl, es könnte ungemütlich werden. Viele dunkle Wirbel über Polen und Deutschland, die sich so langsam Richtung Österreich bewegen…außerdem hat es draußen zur Zeit gerade so um die 8 Grad. Das Rad steht schon unter eine dicken Plane in der doch sehr mondänen Wechselzone mit richtig tollen Radständern, sturmfest bis Windstärke 7. Gottseidank habe ich die 10 Euro für den Tauerntunnel bezahlt und habe damit noch das Tauerngebirge als Wetterschutz. Aber das kennen wir ja schon…
Nach einer nicht so ganz erholsamen Nacht, die mal wieder zu früh zu Ende ist, geht es nun mal wieder in die Vollen. Es ist noch ziemlich kalt draussen, aber zumindest keine Wolke am Himmel! Ob der Temperaturen gleich mal den Schwarzen vor dem Klagenfurter Strandbad übergezogen, und dem üblichen hektischen Treiben beigewohnt. Der Schwimmstart hier ist mir ja irgendwie suspekt und der abschließende Lend-Kanal sieht auf den Fotos irgendwie breiter aus…Nach einigem Überlegen ist der Startpunkt jetzt gefunden, in der Hoffnung, dass die Prügelei sich in Grenzen hält. Und ehe man sich versieht, das Dröhnen der Musik noch in den Ohren, rennt die ganze Meute mit 2800 Startern wie bekloppt in den Wörther See- jetzt gibt es kein Zurück mehr. Zumindest habe ich eine ganz gute Route erwischt und bekomme nur hier und da mal eine eingeschenkt. Nach zwei Wendebojen ist die Brille immer noch da , wo sie hingehört, und es wird jetzt etwas anspruchsvoller, da wir nun gegen die aufgehende Sonne schwimmen und ich absolut nichts erkennen kann - keine Ahnung wo es jetzt in den Kanal geht! Also der Herde hinter her und tatsächlich eine Punktlandung. Jetzt beginnt der Kanal mit tausenden von Zuschauern, deren Gebrüll man eigentlich immer nur beim Luftholen hören kann. Mit erhöhter Konzentration versuche ich den wirbelnden Armen und der Querschwimmern so gut es geht auszuweichen.
Endlich der Ausstieg und eine etwas längere Laufeinheit zum Rad. Mit 1:09 für meine Verhältnisse ja richtig gut und der Puls ist auch noch relativ ruhig- alles im Plan.
Ab aufs Rad und dann Teilnahme an dem, zumindest aus meiner Sicht, größtem Drafting - Rennen der Serie. Die Radstrecke hatte ich traditionell nicht besichtigt und damit gab es doch ein paar Überraschungsmomente. Nichts desto trotz sind meine Versuche den Radgruppen zu entkommen eigentlich nur an den Bergen gelungen, nach den rasanten Abfahrten haben meine Mitstreiter dann wieder knapp überholt und sich direkt vor einem gesetzt. Meiner Einschätzung nach einfach zu viele Starter für diese Kurs, die Marschalls haben zwar hin und wieder auch eingegriffen, aber von wirklich fairen Bedingungen kann da wohl nicht die Rede sein. Trotzdem ein schöner Kurs und nach 4:55 konnte ich das Rad endlich wieder abwerfen- immer noch im Plan, viel schneller wäre es nicht gegangen.
Eigentlich war jetzt vollen Kanne angesagt, aber nicht immer hält das rote Licht, was es verspricht…anfänglich ging der Lauf auch noch ganz im Plan, aber schon nach 5 km fing die rechte Achillessehne an sich bemerkbar zu machen. Na prima… zudem gab es zwar auf dem Papier auch irgendwo mal Cola auf der Strecke- der Magen fühlte sich mal wieder nicht so toll an – aber da handelte es sich doch eher um warmes, braunes Wasser L. Da Powergel nicht so meins ist, habe ich glücklicherweise (und auf Susa’s Rat) lieber mal ein paar eigene Gels eingesteckt, aber der Einwurf selbiger hat schon einige Überwindung gekostet.
Resultat: nun mit einer guten Laufzeit wird das wohl nichts mehr und die Sehne beginnt langsam zu glühen. Aber irgendwann stolpere ich fast über die 40km Tafel und, richtig das Ziel ist nicht mehr weit…
Mit Blick auf die Anzeigetafel war dann doch klar: ganz so schlimm wird’s dann doch nicht und die Uhr bleibt bei 9:32 irgendwas stehen. War zwar nicht so ganz der Plan, aber immerhin.
Ein Blick auf die Zeiten am Tag darauf hat mich dann doch gerissen: die Top 8 der AK lagen noch deutlich unter 9:00 ! Die hatten wohl doch eine gute Radgruppe erwischt, oder aber das Niveau ist hier einfach höher, oder das waren alles Gebirgsjäger;-)
Fazit: ein vom Ort her wirklich sehr schönes und bis auf die Verpflegung auch gut organisiertes Rennen mit einer tollen Stimmung und auch viel Publikum-kommt aber an Roth definitiv nicht ran- nur die Radstecke ist etwas überlastet…
… und die Ernährung hat noch Potential….nun möglicherweise liegt es auch etwas an dem Stress im beruflichen Umfeld…
Cya Martin