IM Regensburg - oder der weisse Einteiler mit Rally Streifen!
Auch beim IM Regensburg stand unser Martin Ruesseler wieder am Start - jungfräulich in weiss hat er sich dem Regen entgegen gestellt! :-)
Wer zum Teufel ist eigentlich auf die Idee gekommen bei diesem Sauwetter einen neuen weißen Einteiler anzuziehen? Und jetzt geht der schwarze Streifen auf dem Rücken nicht mehr raus…
Sonntagmorgen, irgendwann um 4 Uhr wirft der Zimmernachbar vermutlich seine Dusche in die Wanne, oder möglicherweise auch seine Radflachen gegen die Wand, auf jeden Fall bin ich jetzt wach und es ist Raceday in Regensburg. Der Name ist Programm und es regnet auch schon aus Kübeln-nach einem wunderschönen, lauen Samstagabend, versteht sich.
Nach dem opulenten Frühstücksbuffet in dieser noblen Herberge beginnt das logistische Wunderwerk und mit allem Gerödel (jetzt bloß nicht den Transponder liegenlassen, und ein Paar passende Radschuhe auch noch dabei) zum Shuttle Bus am Dultplatz. Ganze Kohorten von Triathleten stehen da doch schon im Regen und warten mehr oder weniger geduldig, deswegen vermutlich Dultpatz. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mittlerweile Sauerstoffmangle erreichen wir den Guggenheimer See und werden standesgemäß mit einem heftigen Schauer empfangen. Also gleich mal den Neo an, dann kann von mir aus die Welt untergehen. Die trockenen Radschuhe noch schnell eingeklickt, blöd bloß, dass die Aktion ziemlich unsinnig war, nach einer Stunde sind die eh durch… Startaufstellung und ein paar Spezialisten glauben doch tatsächlich noch außerhalb der vorgegeben Startzone sich einen Vorsprung verschaffen zu müssen, wie blöd sind die eigentlich?
Noch eine Minute bis zu Start, und das beeindruckende Schauspiel beginnt; eine Herde Lemminge stürzt sich in die Fluten und dann gibt es kein Halten mehr. Nach ein paar hundert Metern tritt mir jemand volles Rohr gegen meine Uhr aber sonst geht die Schwimmerei eigentlich ganz gut ab, und wo es keine Sonne gibt, kann auch keine blenden und man sieht die Bojen gut.
Kaum ein Stündlein unterwegs und schon fast wieder an Land, ein Blick auf die Uhr, und, äh, was ist denn das für eine sinnfreie Anzeige ? Also heute mal eine Rennen ohne Uhr…
Armlinge an, oder von mir aus auch Ärmlinge, oder wie die nun heißen mögen, Hauptsache warm und aufs Rad und rein in die nassen Radschuhe. Nach 10 km schönem Einrollen geht es nun scheinbar bergauf. Da traditionell keine Radstrecken besichtigt werden, bin ich gespannt auf die vielen Überraschungen, die da so zwischen den Wolken und Regengüssen aller Art auf mich warten. Nach weiteren 11 km sind wir auf dem Brennberg oben, und ja Applaus für die echten Ironmänner, die da in einem Pavillon mit Rasseln bewaffnet dem Wind und Wetter trotzen. Die Temperaturen sind eigentlich noch ganz passabel, das kennen wir schon anders, aber ein Trikot mehr drüber hätte auch nicht geschadet. Die zweite Radrunde naht, und ja tatsächlich muss man nochmal diese lange Steigung hochkurbeln, die Beine fühlen sich irgendwie schon ein bisschen lau an…Hin und wieder stehen schon ein paar Kollegen am Straßenrand, die die Lust verlassen hat, oder die sich mit Pannenbehebung unter erschwerten Bedingungen beschäftigen. Leider auch ein paar, die Haftung ihrer Reifen etwas überschätzt haben. Alles in Allem wurde aber sehr vernünftig und auch weitestgehend draftingfrei gefahren, die Mashalls haben da gute Arbeit geleistet und die Penaltyboxen hatten immer ein paar Besucher. Endlich wieder am Dultplatz angekommen und die letzte scharfe Kurve gemeistert, Rad in den Ständer geballert über den Teppich geschlittert und das rote Sackerl geholt, Schuhen an, und los. Äh, was ist denn das? In Aeroposition muss man eigentlich nicht laufen, aber aufrecht geht irgendwie auch nicht. Sind die Bandscheiben jetzt rausgeflogen, oder ist das Ischias , jedenfalls habe ich eigentlich ganz gute Beine, aber der Rücken schmerzt unerträglich, da geht ja gar nichts. Die Plagerei dauert über zwei Runden bis sich das so langsam stabilisiert. Und zwischenrein immer ein lecker Gel… die Runden nehmen bald kein Ende, und da keine Uhr auch keine Idee wie man unterwegs ist. Die gute Stimmung in der Altstadt entschädigt, dafür kostet das Kopfsteinpflaster etwas mehr Strom. Wie auch immer, irgendwann taucht die letze Kurve auf und es ist geschafft! Ah, und jetzt nicht mehr zeitlos: mit 9:55 zwar deutlich langsamer als erwartet, aber mehr war heute nicht im Tank….
…Zuhause angekommen, das Bücken fällt noch schwer und das Ausladen der Wachmaschine wird zum Kampf, fällt mir doch der schwarze Streifen auf meinem neuem Einteiler ins Auge..
Cya Martin