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Sonja knackt die 9h Marke beim Ironman Austria - die PET Athletin wird Gesamt Zweite in 8:59:45h!

Sonja hat das unglaubliche wahr gemacht und sich in die Reihe von wenigen Frauen die eine Landistanz unter 9h bewältigen konnten, eingereiht. Mit dem schnellsten Radsplitt aller Frauen und einer Gesamtzeit von 8:59:45h kam sie als gesamt Zweite ins Ziel beim Ironman Kalgenfurt! Wir sind sehr stolz auf diese Kampfleistung! Hier Ihr erstes Interview und in Kürze folgen auch die Rennberichte und die weiteren tollen Ergebnisse unserer Athleten!

 

Interview Sonja Tajsich:

Nahe 9 Stunden und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii am 10. Oktober waren die Traumziele von Sonja bei ihrem Start am Ironman Austria letztes Wochenende. In der Zwischenzeit weiß jeder, was tatsächlich passiert ist: Sonja hat die für Frauen magische Grenze von 9 Stunden gebrochen und ist damit offiziell in die Weltelite aufgestiegen. Wir haben mit ihr über das Rennen in Klagenfurt und ihre Ziele für Hawaii gesprochen.

Sonja, herzlichen Glückwunsch zu Deinem Ergebnis in Klagenfurt. Wie fühlst Du Dich ein paar Tage nach dem Rennen?

Es geht mir sehr gut. Mental natürlich und überraschenderweise habe ich nur sehr wenig Muskelkater. Während der Heimfahrt von Klagenfurt gestern habe ich mit Susa, meiner Trainerin, bereits über einen Trainingsplan ab nächster Woche zur aktiven Regeneration gesprochen.
Natürlich werden wir bis zum vollen Training noch ca. 3 Wochen vergehen lassen, aber in der Vergangenheit hat es meistens 2-3 Wochen gedauert, bis ich überhaupt wieder vernünftig gehen konnte nach einem Ironman.

Worauf schließt Du diese Änderung zurück?

Zu aller erst muss ich an dieser Stelle einen riesengroßen Dank an meine Trainerin und Freundin Susa Buckenlei von PET loswerden. Bekanntlich neige ich sehr zum Übertraining, da ich einfach nicht still sitzen kann. Wie sie mich mit ihren Plänen, aber auch in Gesprächen nach der Schwangerschaft langsam aufgebaut und zur rechten Zeit gebremst hat war schon toll. Oktober 2008, also vor einem knappen 3/4 Jahr, habe ich 5 Monate nach der Schwangerschaft wieder mit dem Training begonnen. Seitdem hatte ich keine Verletzung und bin kontinuierlich stärker geworden.
Die weiteren Schlüsselrollen halten hier sicher mein Nahrungsergänzungspartner Cadion und mein Physiotherapeut Gerhard Haslbeck. Klagenfurt war der erste Wettkampf meiner Karriere ohne Krämpfe. Vor kurzem habe ich nicht gedacht, dass das für mich möglich sei.

Das Rennen in Klagenfurt hat bereits mit einem Paukenschlag für Dich begonnen. Mit einer Schwimmzeit von 56 Minuten und 32 Sekunden hast Du Dir nicht nur einen weiteren Traum vom Unterbieten der 1 Stundenmarke erfüllt, sondern bist damit als 4. Frau gleich mit einem Spitzenplatz aus dem Wasser gekommen.

Ich bin von Freunden zu lange mit meinen Schwimmzeiten geärgert worden...
Diesmal habe ich bereits im Wasser alles gegeben. Als ich aus dem Wasser kam war mir die Zeit noch nicht bewusst, aber ein Helfer hat mir zugerufen, dass ich ganz vorne dabei sei. Meinen Mann habe ich zwar nicht gesehen, aber gehört wie er gerufen hat "Super, Du hast es endlich"! Da wusste ich, dass die Zeit gut sein musste. Dafür bin ich die ersten 10 km fast vom Rad gefallen und konnte kein Tempo machen.

Dafür hast Du mit der besten Frauenradzeit dann aber doch ein ganz schönes Ding abgeliefert.

Radfahren hat mir nach den ersten 10 km auch wirklich Spaß gemacht, die Strecke in Klagenfurt ist ein Traum. Sehr schnell, eine wunderschöne Landschaft und 2-3 harte Anstiege pro Runde was ja meine Stärke ist und wo die Konkurrenz richtig Körner lässt. Das Planet X Zeitfahrrad, dass ich seit dieser Saison fahre passt ausserdem einfach.
Die Entscheidung meiner Trainerin im Vorfeld auf das Radfahren zu fokussieren hat sich hier klar ausgezahlt. Außerdem habe ich sehr viel mit meinem Mann trainiert. Er hat früher Eishockey gespielt und ist immer noch gut im Bereich der Schnellkraft. Wir haben eine familieninterne Wertung bei den Ortsschildsprints und fahren dort bis die Oberschenkel fast platzen. Das habe ich dann auch im Rennen getan!

Auch im Marathon hast Du eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt, dennoch hat Dich Bella ausgerechnet in deiner Paradedisziplin geschlagen. Sie hat sehr fokussiert ausgesehen, Du hingegen hast immer noch gelacht und den Zuschauern gewunken. Hast Du hier wirklich alles gegeben?

Vorab hatte ich mir vorgenommen den Marathon unter 3 Stunden zu laufen, da die Strecke sehr flach ist. Allerdings war es dann am Renntag sehr heiß in Klagenfurt und diese Zeit wäre bei diesen Bedingungen für mich nicht möglich gewesen.
Ich bin nur eine Minute hinter Bella vom Rad und sie hat den Marathon sehr schnell gestartet. Ich war mir sicher sie bricht ein, da ihr Sieg beim härtesten Ironman auf Lanzarote gerade erst 6 Wochen her ist. Zu meiner Überraschung hat sie das Tempo durchgezogen. Ehrlich gesagt hätte ich vielleicht schon noch etwas zulegen können, es hätte aber nicht gereicht um die 9 Minuten aufzuholen.
Ich wusste, dass Lucie nicht meinen Marathon mitgehen konnte und dass Hawaii nur 3 Monate weg ist - also habe ich ein solides Tempo zu Ende gelaufen ohne mich komplett zu erschöpfen und damit eine sehr lange Regeneration zu riskieren.

Auf der Pressekonferenz nach dem Rennen gab es die Aussage, dass Du mit einem Ironman unter 9 Stunden erst die zweite deutsche Frau nach Sandra Wallenhorst und nur eine von ca. 10-15 Frauen bist die überhaupt einen Ironman in dieser Zeit gefinished haben. Damit gehörst du offiziell zur Creme de la Creme der Weltelite. Wie fühlt sich eine derartige Aussage an?

Natürlich freut es mich so etwas zu hören. Ich habe auch sehr viele Anrufe und Emails bekommen mit Gratulationen zum Einzug in die Weltspitze. Aber ehrlich gesagt ist das Profigeschäft im Ironman hart und als Frau ist es noch härter, da Du immer etwas im Schatten der Männer stehst. Außerdem dreht sich unter dem Strich dann doch alles um die Weltmeisterschaft auf Hawaii. Wenn man dort die Top 10 schafft ist man wohl erst von allen als Weltspitze anerkannt.

Es sind gerade einmal 3 Monate bis zur Weltmeisterschaft auf Hawaii wie sieht dein Programm bis dahin aus?

Meine Trainerin, mein Mann (er managed mich als Athletin) und ich haben bereits gestern wieder mit der Arbeit angefangen, da ja nicht sehr viel Zeit ist. Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich meine anderen Aktivitäten bis Hawaii auf ein Minimum reduzieren und mich nur auf den Wettkampf konzentrieren. Für das Laufen habe ich mich bisher immer auf mein Talent verlassen und sehr wenig trainiert. Ich muss hier etwas aufarbeiten und damit werde ich mich nun vermutlich doch an die in der Brache üblichen 40 Stunden Trainingsaufwand annähern. Wenn Du noch die Zeit für meine Tochter, die natürlich immer noch das wichtigste überhaupt für mich ist, und die Regernation dazu rechnest bleibt nicht mehr viel übrig.
Das Rennen am Chiemsee von Wechselszene wurde leider abgesagt, aber ich habe noch verschiedene Angebote über Starts bei Mitteldistanzrennen vorliegen. Wenn sich eines davon sinnvoll in mein Training einbauen lässt, ist das noch eine Option. Meinen Mann würde das sicher freuen, denn er schwitzt bereits jetzt um Partner für das Funding für den Hawaiistart an Land zu ziehen.

Vor 5 Jahren bist Du das erste Mal auf Hawaii gestartet. Damals warst du sozusagen noch ein Rookie und hattest das Motto dabei sein ist alles. Es war ein großer Erfolg als Du den 21. Platz belegt hast. Das bedeutet, Du warst damals bereits die 21. beste Frau der Welt im Ironman. Traurigerweise immer noch zu wenig um einen Platz im Profigeschäft zu finden. Anschließend hast Du erst mal einige Zeit überlegt, ob du weitermachen willst.
Jetzt gehörst Du zur Weltspitze und unterliegst damit einem gewissen Erwartungsdruck. Was ist dein Ziel für Hawaii 2009?

Tatsächlich war ich nach meiner letzten Teilnahme verletzt, ausgebrannt und auch ein wenig resigniert wie wenig es einem bringt die Nummer 21. in der Welt zu sein. Mein Mann Tom hat mich nach der Geburt von Lisa gefragt, wann ich wieder einen Ironman starte. Ich war mir nicht sicher, doch er ermutigte mich: „Sonja, das gehört doch zu Dir, das bist Du, und Du hast so viel Talent!“ Ich habe ihm gesagt, dass ich schon noch etwas weitermachen möchte, sofern das mit unserer Tochter in Einklang zu bringen ist.
"Ok, ich bin dabei und stehe voll dahinter, aber für Halbherzigkeit ist der Aufwand zu groß", meinte er dann.

Top 10 wäre unser großer Traum und würde eine perfekte Saison abrunden.

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