Sonja Tajsich nicht mehr an Board: ein Rückblick von Sonja: das Jahr 2009
Was für ein Jahr neigt sich dem Ende! Spannend, emotional, erfolgreich, wunderschön – aber auch hart – muss ich gestehen.
Hart vor allem mental beim letzten Wettkampf, den Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii. Sicherlich dachten sich viele: „Ja über einen 14. Platz braucht man doch nicht enttäuscht sein?“ Und ich muss sagen: Stimmt, sollte man nicht. Und mittlerweile bin ich es auch nicht mehr. Ich bin jetzt stolz darauf, so einen Kampfgeist gezeigt zu haben und das Rennen gefinisht zu haben. Ich bin stolz darauf, dass ich es noch bis auf den 13. Profi-Rang geschafft habe, nach diesem verpatzten Schwimmauftakt. Ich war enttäuscht – sogar sehr. Wir haben so lange daraufhin gearbeitet, so viel dafür getan. Nicht nur ich, auch mein Mann und mein komplettes familiäres Umfeld, meine Partner, verschiedene Ärzte, Freunde und Nachbarn. Und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich dafür bedanken, auch für die tollen Trainingspläne von Susa. Jede Minute Training hat Spaß gemacht.
Der Fokus galt die letzten drei Monate allein dem Ironman auf Hawaii. Die Vorbereitung lief perfekt. Ich dachte, ich werde Bäume ausreißen – und dann ging alles so schnell, ich erwischte die „falschen“ Beine beim Schwimmen, der Profi-Mann vor mir konnte die Gruppe nicht halten, ich riss mit ab. Bis ich es merkte, war es zu spät. Der Versuch das Loch zuzuschwimmen misslang. Es blieb 3/4 der Strecke allein zurückzulegen, mit eben diesem Profi-Mann an meinen Füßen. Ein Horror-Szenario. Die Minuten verstrichen. Kein Wasserschatten, Orientierung im Meer allein. Niemals hätte ich im Traum daran gedacht, langsamer zu sein als bei meinem Debüt 2004. Als ich das Wasser verließ und auf die Uhr sah traute ich meinen Augen nicht und wäre am liebsten im Erdboden versunken. Am naheliegendsten war aufzugeben, alles hinzuschmeißen. Doch ich entschied mich für Kämpfen und hab noch mal alles gegeben. Jetzt, zwei Wochen nach dem Rennen, bin ich sehr zufrieden. Denn ich weiß, dass mein Traum der Top 10 Platzierung nicht unrealistisch ist und ich weiß, dass ich eine wirklich tolle Saison hatte.
Vor 13 Monate, Mitte September 2008, begann ich mit gezieltem Training. Meine Tochter war gerade 5 Monate alt und ich trainierte wieder nach Trainingsplänen von Susa. Deutscher Winter, Radeinheiten Indoor (Spinning und Rolle), Laufen mit Babyjogger. Maximal 20 Stunden standen auf dem Programm und ich stellte mich im April, 6 Monate später, der Herausforderung Ironman Südafrika. Der zweite Platz und meine persönlich Bestzeit von 9:27 Std konnten sich sehen lassen. Ich war hoch motiviert ein Scheitel drauf zu legen und mich auf den Ironman Klagenfurt vorzubereiten. Jetzt war draußen fahren angesagt und laufen ohne Babyjogger. Maximal 25 Stunden trainierte ich in Hauptwochen, ich arbeitete hart an meiner Schwimmform. Ich wusste ich bin gut drauf, aber dass ich es schaffe würde, unter 9 Stunden zu bleiben, das war nur in meinen entfernten Träumen möglich. Bei 8:59:45 Stunden blieb die Uhr stehen. Der zweite Platz und die Hawaii-Quali waren das Ergebnis. Was für ein Erfolg. Von nun an trainierte ich voll professionell, mit entsprechenden Regenerationszeiten, viele Stunden, auch harte Einheiten, sogar im Trainingslager war ich noch. Dass dann ausgerechnet der Ironman auf Hawaii nicht der Tag der Tage sein sollte ist Sport. Es können nur zehn in die Top Ten und das Rennen war außergewöhnlich stark besetzt. Doch ich habe viel gelernt und viel aus dem Rennen mitgenommen. Und die Karten werden jedes Jahr neu gemischt. Auch 2010.
Ich bin jetzt schon wieder hoch motiviert und sehr gespannt, was die nächste Saison bringen wird.