Sonja Tajsich nimmt kurze Auszeit
Nach einem 6ten Platz beim Ironman Malaysia und einem 5ten Platz beim Ironman Zürich trotz Fulltime-Job nimmt sich Sonja Tajsich nun eine kleine Auszeit für die Familienplanung.
Punktgenau auf Wunsch... .... so könnte man den Verlauf bei uns beschreiben! Bereits zur Jahreswende haben mein Mann Tom und ich überlegt, dass wir für Nachwuchs so langsam aber sicher bereit wären. Aus Malaysia zurück, das Haus so gut wie fertig, seit einem Jahr verheiratet würde doch ein kleines Baby unsere Zweisamkeit komplettieren.
Doch dann kam die Einladung zum Ironman Malaysia und ich konnte nicht wiederstehen, zuzusagen. Wir buchten 2,5 Wochen mit Tauchurlaub auf Bali im Anschluss mit der Folge, die Pille bis dahin weiter zu nehmen. Ich startete im Dezember mein Training (aufgrund des relativ neuen Vollzeitjobs hatte ich beschlossen, den Leistungssport Triathlon an den Nagel zu hängen und nur noch zu laufen) - gar nicht so einfach, anständiges Training neben einem Vollzeitjob im Büro im Winter zu absolvieren, wenn es doch so früh dunkel wird. Die Radkilometer sammelte ich ausschließlich auf der Rolle, laufen kann man immer und schwimmen ja eigentlich auch. Die Rechnung ging auf. Ich lief die gleiche Zeit wie im Vorjahr, als es zum Sieg reichen sollte - doch diesmal war das Rennen so stark besetzt, dass ein sechster Platz raussprang. Und das mit diesem Minimal-Training. Tom war so begeistert, dass er die Idee hatte, solch eine Form nicht einschlafen zu lassen sondern auf einen weiteren Ironman zu fokussieren. Meine Wahl fiel auf Zürich und die Vorbereitung wurde akribisch in Angriff genommen. Dank der Pläne von Susa konnte ich mit der halben Kilometerzahl auf dem Rad meine schnellste jemals in einem Ironman gefahrene Zeit erzielen und trotz einer langwierigen Knieentzündung, die mich im Vorfeld 3,5 Monate Training kosteten, lief ich den zweitschnellsten Marathon im Frauenfeld. Wäre nicht das schwimmen - wie immer - nicht so besonders gelaufen, wäre möglicherweise ein Podestplatz dabei rausgesprungen. Doch auch der fünfte Platz machte mich stolz und bereits während des Rennens verabschiedete ich mich für die nächste Zeit vom Wettkampfsport - nun sollte unser "nächstes Projekt" endlich in Angriff genommen werden.
Ich setzte die Pille am Tag des Ironman Zürich ab. Wir waren sehr gelassen und fassten den Entschluss, dass wenn sich bis August nichts getan hat, dann starte ich noch einen dritten Ironman in Wisconsin. Doch ich wollte mich einfach nicht erholen. Meine Beine waren wie Pudding und ich schnaufte wie ein Walross. Bei jeder Trainingseinheit. Vier Wochen nach dem Rennen immer noch keine Besserung. Fünf Wochen vergingen und ich konnte es einfach nicht glauben, dass mir das Rennen diesmal so in den Knochen sitzt. Dass es mit einer Schwangerschaft so schnell klappen könnte, das hätten wir uns nicht im kühnsten erträumt. Mindestens ein Jahr dauert es - bei dem Sportumfängen....
Endlich raffte ich mich auf, dem ganzen auf die Spur zu gehen und kaufte einen Test in der Apotheke - doch der fiel negativ aus. Irgendwie waren wir dennoch enttäuscht, auch wenn wir eigentlich gar nicht damit gerechnet hätten, dass ein Baby unterwegs sein könnte. Hmmm.... vielleicht bin ich einfach nur mental so platt und brauche ein neues Ziel? Ich entschied mich, in Zofingen bei den Powerman Weltmeisterschaften an den Start zu gehen. Ich bekam noch kurzfristig einen Startplatz und konnte auch noch eine Unterkunft organisieren. Eine Woche vor dem Wettkampf startete ich einen neuen Test-Versuch, nur um sicher zu gehen. Und siehe da - der Test war positiv! Total aufgeregt sind wir zum Arzt, wo ich schlussendlich bestätigt wurde - schwanger in der 6. Woche! Und Zürich war zu dem Zeitpunkt genau 8 Wochen her!!! Wir waren außer uns vor Freude und konnten an nichts anderes mehr denken! Mittlerweile bin ich im 6. Monat und genieße die Schwangerschaft sehr. Tom ist sehr involviert und macht mir die Zeit richtig zum Erlebnis. Außerdem gab es bisher keinerlei Probleme oder Komplikationen und schlecht war mir auch nicht eine einzige Minute - so ein Glück!
Sport mache ich auch noch fleißig - ca. 10 bis 15 Stunden pro Woche! Allerdings sind die einzelnen Einheiten kürzer als gewohnt (45 - 60 Minuten maximal) und wesentlich langsamer. So gehe ich beispielsweise nicht mehr laufen, sondern joggen, aber es geht noch. Ich höre sehr stark auf meinen Körper, wenn es irgendwo im Bauchbereich zieht, dann bleibe ich stehen und gehe ein paar Meter. Hauptsache es passiert nichts!
Mein Tag unter der Woche sieht meistens so aus: Ich fahre mit meinem Trekkingrad gemütlich in die Arbeit - dazu benötige ich knapp 45 Minuten. Das ist mein Morgen-Sport zum Aufwachen. In der Mittagspause gehe ich entweder zum Joggen (ca. 50 Minuten) oder zum Schwimmen oder Aquajoggen. Abends wenn ich aus der Arbeit komme, dann steht entweder Fitnessstudio mit Crosstrainer auf dem Programm. Dort hänge ich dann meist noch Übungen für Rücken und Beine an - nur den Bauch trainiere ich nicht mehr und die Stabilisationsübungen gehen auch nur noch bedingt gut. Wenn ich mittags schwimmen war, gehe ich vielleicht noch locker joggen, wenn ich mittags joggen war, abends zum schwimmen. Montag und Mittwoch versuche ich noch beim Tristar im Verein mitzuschwimmen, das macht Spaß! Am Wochenende mache ich dann ruhig, gehe maximal entweder zum Laufen oder kurbel ein wenig auf der Rolle - aber auch alles sehr gemütlich. Diese Zeit nütze ich dann zum Telefonieren - da rasen die Minuten nur so dahin!
Am Ende der Woche war ich dann 3-5 Mal beim Laufen, bis zu 3 Mal beim Schwimmen, bin 5 Mal in die Arbeit geradelt, war 1-2 Mal im Fitnessstudio und vielleicht 1 Mal auf der Rolle - das kann sich sehen lassen, oder? Also keine Bange! Wenn man keine Komplikationen hat und ein gewisses Gefühl entwickelt, dann ist noch viel möglich!!! Jetzt hoffe ich sehr, dass es auch in den weiteren Wochen der Schwangerschaft so läuft!
Und dann schaue ich, wie es sich entwickelt. Geburtstermin ist Mitte April und da kommt es natürlich stark darauf an, wie schwer die Geburt ist. Ich bin nämlich schon hoch motiviert... und bin vor allem gespannt, wie ich alles unter einen Hut bringen werde! Aber das Kind geht natürlich erst einmal vor und dann schaue ich weiter!
Nachricht vom 20.12.2007
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