Susa hatte wieder einmal einen langen Atem
Dorthin wo man Erfolge feierte kommt man bekanntlich gerne zurück. Dies war auch Susannes Motivation bei Ihrem 2. Start beim Ironman UK in Sherborne am gestrigen Sonntag. Im letzten Jahr überquerte sie als 4te die Ziellinie. Gestern legte sie noch eins drauf und wurde 3te in 10:28:41h.
Wolfgang Schmatz, der von Susa betreut wird, hatte ebenfalls das Rennen seiner Karriere und beendete den Ironman auf Gesamtrang 17 und 1. seiner Altersklasse.
Schwimmen ist ja bekanntlich nicht Susannes Lieblingsdisziplin und deswegen verliert sie hier auch immer ein paar Minuten auf die Konkurrenz. Nach 1:03:54h stieg Susanne als 7te Frau wieder an Land um auf dem Rad die Verfolgung aufzunehmen. Mit der drittschnellsten Radzeit des Frauenfeldes machte sie auf dem schwierigen Radkurs Plätze gut und sprang als 4te Frau in ihre Laufschuhe. Mit einem Marathon in 3:31:33h und schob Susa sich dann noch auf Rang 3 vor, Ihrer bisher besten Platzierung bei einem Ironman.
Hier Susannes Bericht:
Sowohl mein Zeitbudget als auch mein Gesundheitszustand leisen dieses Jahr zu wünschen übrig, somit bin ich nicht mit den größten Erwartungen ins Rennen gestartet. Auch hätte ich nicht gedacht, dass das Rennen vom letzten Jahr bzgl. Schwierigkeit noch zu toppen wäre, aber 2008 war mein bisher härtestes Ironman Rennen auf Grund von Wind, Kälte und Höhenmeter und Streckenverhältnissen. Als Favoritinnen wurde vor allem Bella Comerford (zahlreiche IM Siegerin, Weltmeisterin auf der LD), Alice Hector (3.Platz Langdistanz Weltmeisterschaft 2007) und Rachel Joyce (Schottische Mitteldistanz Meisterin) gehandelt. Mit Heike Funk war ebenfalls eine ehemalige Ironmansiegerin gemeldet, sowie die 5.platzierte vom letzten jahr Yvett Grice und Monika Stadelmann die sich erst vor 2 Wochen den Fizestaatsmeistertitel über die Mitteldistanz in Österreich geholt hat. Grund genug die Erwartungen niedrig anzusetzen
Schon im Wasser hat sich gezeigt, dass es ein langer harter Tag werden wird: 16° und ca. 25min Verzögerung bis zum Startschuss. Im Schwimmen hat sich leider gezeigt, dass ich vor allem diese Disziplin stark vernachlässigt habe. 1-2x die Woche 2km „baden" ist definitiv zu wenig J..aber ich gelobe Besserung!
Sehr enttäuscht kam ich mit über 13 Minuten Rückstand auf die erste Frau und auch 11min auf Heike Funk, die spätere gesamt 2.des Rennens
Der Radpart war gespickt mit ständigen Auf und Ab´s: sowohl auf der Strecke mit über 2000 HM aber auch mental. Der Gedanke einfach aufzuhören war auf Grund der Kälte aber vor allem aber durch den Wind und dem schlechten Asphalt, der kein Rad zum laufen brachte, immer präsent. Aber meine Eltern waren extra aus Frankreich am Ende Ihres Urlaubes angereist und Michis Schwester Dani und Ihr Mann Werner waren auch die Woche mitgeflogen, also hieß es Zähne zusammenbeißen.
Enttäuscht über die Schwimmzeit bin ich etwas zu intensiv die erste Runde angefahren. Auf Runde 2 und 3 hat sicher aber die Vernunft eingeschaltet, was sich später beim Laufen ausbezahlt hat. Trotz gefühltem langsamen Vorankommens konnte ich Athletin um Athleten einsammeln und schließlich als 4. Frau vom Rad steigen. Heike Funk fuhr ein ähnliches Rennen, also blieb unser Abstand ziemlich gleich und beim Wechsel kam noch eine Minute dazu.
Das Radrennen hat zu den schwersten im Ironmanzirkus überhaupt gehört. Der schnellste Mann konnte den Kurs in gerade 5:09h bewältigen. Das Gefühl in meinen Beinen hat nicht prophezeit, dass ich auf der verwinkelten Marathonstrecke mit über 600 HM noch ein Vorlaufen auf Platz 3 und eine deutlich Verkürzung des Abstandes zu Funk erreichen würde. Mit einem 3:31h Marathon konnte ich mich gegenüber der schnellen Athleten hinter mir absichern und nach vorne wieder Boden gutmachen. Am Ende waren es nur noch 4 Minuten die von Platz 2 in diesem harten Rennen trennten. Trotzdem ist die Freunde riesig, da es gänzlich unerwartet schien, hier auf dem Podium zu landen und als 3. Frau in 10:28 h einzulaufen!
Das Rennen wurde -wie bereits zahlreiche andere Ironmanrennen in diesem Jahr (IM Südafrika, IM Lanzarote, Embrunman)- von der Vorjahressiegerin Bella Comerford gewonnen. Sie war die einzige Frau, die die 10 Stundemarke knapp unterbieten konnte. Ihr Lebensgefährte Stephen Bayliss (Sieger IM Südafrika) hat das Männerrennen für sich entschieden, ebenfalls als einziger unter der 9h Marke. Meine englischen Planet X Team Kollegen Spencer Smith und Nick Saunders belegten Rad 4 und 5 im Männerfeld! Ein 3.4. und 5. Platz für Planet X - ein toller Erfolg!
Wolfgang Schmatz, seit 1.5h Jahren von mir trainiert, wurde Gesamt 17ter in 9:47h mit dem siebtschnellsten Laufsplitt in 3:09 und souveräner Sieger der AK 45-49. Herzlichen Glückwunsch!
Ich möchte mich herzlich bei meinen Betreuer (meine Eltern, Dani & Werner), meinen Sponsoren und allen die die Daumen gedrückt haben bedanken! Ohne sie würde ich trotz meines niedrigen Zeitbudgets niemals diese Leistung abrufen können und auch immer mit dem perfekten Material und professionell betreut am Start stehen!
Ich verabschiede mich jetzt in eine 4-6 wöchige Pause um dann, wie bereits im Ziel versprochen einen Schwimm- & Laufschwerpunkt im Winter zu setzten! Auf dem Programm stehen viel Krafttraining, viele Schwimm(-technik) Einheiten und die Arbeit um meine Laufleistung weiter zu verbessern. Nächstes Ziel wird eine die Staffelteilnahme beim Challenge in Wanaka sein, bei der ich erstmals den Laufpart übernehmen werde!
Quelle:
Nachricht vom 08.09.2008
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