{"id":604,"date":"2013-07-01T18:54:04","date_gmt":"2013-07-01T16:54:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.professional-endurance-team.de\/?p=604"},"modified":"2013-08-16T19:16:53","modified_gmt":"2013-08-16T17:16:53","slug":"daniela-bayrische-meisterin-mit-michael-jacksons-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/?p=604","title":{"rendered":"Daniela &#8211; Bayrische Meisterin mit Michael Jacksons Hilfe"},"content":{"rendered":"<p>Unverhofft kommt oft. Warum \u00fcberhaupt eine Mitteldistanz machen &#8211; die Antwort hat Michael Jackson unserer Daniela gegeben &#8211; auf dem Weg zur Bayrischen Meisterin.<\/p>\n<p>Die sch\u00f6nste Nebensache der Welt<\/p>\n<blockquote class=\"quoteleft \"><p> Als ich am Samstag, dem 30. Juni aufwachte, war ich nicht sicher, was der Tag bringen w\u00fcrde. Um 9 Uhr war der Start f\u00fcr die Mitteldistanz am Chiemsee, die auch gleichzeitig die Bayerische Meisterschaft war. Es war erst mein zweites Mitteldistanz Rennen \u00fcberhaupt.<\/p>\n<p>Die Woche bis dahin war ziemlich anstrengend. Von Montag bis Freitag hatte ich eine Weiterbildung jeweils von 08.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr. Die folgenden Tage gab es dann im B\u00fcro entsprechend viel nachzuarbeiten. Am Samstag standen schon die Vorbereitungen f\u00fcr den Wettkampf an: kurzes Training, Packen, Kriegsbemalung in dunklem Rot f\u00fcr Fu\u00df- und Fingern\u00e4gel und schlie\u00dflich die Abfahrt zum Chiemsee. Denn der Bike Check-in war nur am Vortag bis 17 Uhr m\u00f6glich. Wie beinahe alle Athleten habe ich also gleich die Nacht vor dem Wettkampf in Chieming \u00fcbernachtet.<\/p>\n<p>Als ich dann am Morgen des Wettkampfs, begleitet von meinem Vater, nochmal in die Wechselzone bin und alles startklar gemacht habe, war mein Magen ziemlich flau. Einige Male war ich schon auf dem stillen \u00d6rtchen. Immer wieder sagte ich zu meinem Dad, dass es doch egal w\u00e4re, wenn es diesmal nicht so klappen w\u00fcrde. Schlie\u00dflich war die Woche hart genug gewesen. Ich habe dieses Jahr bisher so viel Erfolg bei meinen Wettk\u00e4mpfen gehabt: Volksduathlon Krailing (2. Platz gesamt), Olympische Distanz Bad T\u00f6lz (9. Platz gesamt und 2. in der Altersklasse) und einige sehr starke Einzelzeitfahrrennen, dass es doch jetzt v\u00f6llig legitim war, mal weniger stark zu sein.<\/p>\n<p>Das Jahr 2013 hat mir tats\u00e4chlich bis dato sehr viel Freude bereitet, ich bin so gl\u00fccklich \u00fcber all meine Fortschritte. Damit meine ich nicht nur meine paar Jahre als Amateursportlerin im Ausdauerbereich. Ich denke auch an die gesundheitlich und pers\u00f6nlich sehr schweren Jahre 2010 und 2011, die mich als Mensch sehr gepr\u00e4gt haben und mir nun sehr viel Dankbarkeit und Energie geben f\u00fcr alles, was ich gerade in Angriff nehme. Ich freue mich \u00fcber diese Entwicklung \u00e4hnlich, wie ich mich \u00fcber meine sportlichen Erfolge freue. Da passt das Zitat von Ren\u00e9 Adler, einem deutschen Fu\u00dfballtorwart (Quelle: Die Zeit), der einmal sagte: \u201eEntwicklung als Mensch bedeutet Entwicklung als Sportler. Daran glaube ich, auch wenn es nach Gl\u00fcckskeks klingt.&#8220;<\/p>\n<p>Die Form kommt nat\u00fcrlich trotzdem nicht von selbst. T\u00e4glich verliere ich fast zwei Stunden Fahrtzeit zur Arbeitsstelle, dazu kommen ein Fulltime Job und meist am sp\u00e4teren Abend dann erst das Training. Die super ausgearbeiteten Trainingspl\u00e4ne von Susanne Buckenlei helfen mir, dass ich in der relativ geringen Trainings-Zeit zumindest Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t trainiere. Sie kennt mich inzwischen so gut, wei\u00df, wann sie ordentlich Trainingsreize setzen kann und wann ich Regeneration brauche. Voriges Jahr hatten mir einige Au\u00dfenstehende geraten, mehr laufen zu trainieren als es in meinen Pl\u00e4nen stand. Ich besprach mich mit Susa, begann zu zweifeln. Sie sagte: \u201eMehr Laufkilometer sind zu viel, dein K\u00f6rper muss sich erst wieder daran gew\u00f6hnen. Du kriegst sonst Muskel- und Sehnenprobleme.\u201c Also blieben wir bei dem reduzierten Laufprogramm. Sie behielt wohl Recht, denn ich bin mit ihrem Programm gesund geblieben, keine \u00dcberlastungsprobleme. H\u00f6chstens mal im Kopf. Da nehme ich mir dann einfach einen Tag \u201eCouch-Zeit\u201c. Ich habe das Gl\u00fcck, dass sie mich daf\u00fcr sogar lobt. Zu wissen, wann man eine Auszeit braucht, muss man lernen. Der Coach sitzt in der Regel nicht mit auf dem Sofa, also hilft nur das eigene K\u00f6rperempfinden.<\/p>\n<p>Disziplin ist unabdingbar bei diesem Sport, aber das hei\u00dft doch nicht, dass ich mich st\u00e4ndig selbst kasteien muss. Ein Blick in manche Triathlon-Zeitschriften frustriert mich manchmal ziemlich. Was steht da nicht alles, was ich noch machen soll, um schneller zu H\u00f6chstleistungen zu kommen und schneller zu regenerieren: esst blo\u00df keinen Kuchen im Zielbereich und statt sich auch mal einen Cappuccino unterwegs zu g\u00f6nnen &#8211; immer sch\u00f6n durchfahren und nach jeder Ausfahrt einen Proteinshake! Von Spa\u00df oder gar Genuss steht da selten was. Der steht bei mir aber weit oben, schlie\u00dflich bekomme ich kein Geld daf\u00fcr, dass ich mich qu\u00e4le, ich mache es doch freiwillig! Ich genie\u00dfe jedes Rennen, solange es geht. Das sieht man auch auf den Fotos, da strahle ich immer \u2013 manchmal ist mir das im Augenblick der Fotoaufnahme selbst nicht bewusst, danach freue ich mich dar\u00fcber. So mancher Age Grouper macht aber auf mich den Eindruck, dass er genau das verloren hat. Bei einigen geht das Ausscheidungsrennen ja schon im Training los (siehe \u00f6ffentliche Schwimmb\u00e4der). Da wird verbissen gefightet und im Wettkampf geht es genau so weiter. Nat\u00fcrlich klappt so ein intensiver Sport als Berufst\u00e4tiger nur, wenn man bereit ist, konsequent Priorit\u00e4ten zu setzen, aber bitte nicht um jeden Preis.<\/p>\n<p>Und klar gibt es Tage, wo ich mich frage: \u201eWarum das alles? F\u00fcr eine bedeutungslose Altersklassen Platzierung?\u201c Die Antwort bekam ich am Morgen des 30. Juni. Vor dem Wettkampf stand ich also in der Wechselzone, wo ich mein Rad von den tropfnassen Regenschutzh\u00fcllen befreite, die Flaschen auff\u00fcllte, die Reifen aufpumpte und die Schuhe anbrachte. Im Hintergrund lief der Soundcheck. Probeweise spielten sie einen Song. \u201eI\u2019ll be there\u201c von The Jackson 5. Es war, als ob dieser Text von meinem Vater, selbst langj\u00e4hriger Triathlet, direkt an mich gerichtet war.<\/p>\n<p>Da kamen all die Emotionen hoch: die Erinnerungen, warum ich vor einigen Jahren selbst mit Triathlon begonnen hatte. Ich wollte eine von denen sein, die da in der Wechselzone so hochkonzentriert die letzten Vorbereitungen treffen. Ich liebte diesen Abschied zwischen den Startern und ihren genauso aufgeregten Begleitern und ich mochte diese spannungsgeladene Energie, die in der Luft lag. Klar, wollte ich auch immer so viel Spa\u00df haben wie diese Athleten, die im Rennen vor Freude strahlen und ich wollte einmal selbst \u00fcber so eine Ziellinie laufen. Um eine Platzierung ging es in meinem Tr\u00e4umen vom ersten Triathlon nie. Und genau mit diesem Gef\u00fchl bin ich dann ins Rennen am vergangenen Sonntag gegangen. Ich bin beim Einstieg ins Wasser leider gest\u00fcrzt und war kurz irritiert, aber ich wusste ja jetzt wieder, warum ich das alles mache.<\/p>\n<p>Es wurde ein richtig guter Wettkampf. Das kalte, an diesem Tag recht wellige Chiemsee-Wasser habe ich stolz hinter mir gelassen. Nach der ersten Radrunde jubelte ich, als ich durch die applaudierende Menge fuhr. Rock n\u2018 Roll! Und ich habe gek\u00e4mpft als ich den steilsten H\u00fcgel der anspruchsvollen Laufstrecke kennenlernte. Dass ich am Ende elfte Frau gesamt hinter weiblichen Profis bzw. Semi-Profis wurde und noch dazu Bayerische Meisterin in meiner Altersklasse, war an diesem Tag die sch\u00f6nste Nebensache der Welt.<\/p>\n<p>Danke an Susa von PET f\u00fcr die tolle Zusammenarbeit. <p><cite>Daniela Dihsmaier<\/cite><\/blockquote><div class=\"clear\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unverhofft kommt oft. 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