{"id":751,"date":"2013-08-28T18:32:38","date_gmt":"2013-08-28T16:32:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.professional-endurance-team.de\/?p=751"},"modified":"2013-08-28T18:32:38","modified_gmt":"2013-08-28T16:32:38","slug":"daniela-dihsmaier-noch-12-348-meilen-bis-nach-kona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/?p=751","title":{"rendered":"Daniela Dihsmaier &#8211; Noch 12.348 Meilen bis nach Kona"},"content":{"rendered":"<p>Nach Jahren unter dem Challenge Label verleibte sich nur ein paar Wochen vor der Austragung Ironman die Langdistanz in Kopenhagen ein. Ganz unverhofft kam Daniela Dihsmaier so zu einer Hawaii Quali. Wie sie den Wettkampf erlebte erfahrt Ihr in ihrem Wettkampfbericht. Wir sind sehr stolz und sagen herzlichen Gl\u00fcckwunsch und aloha!<\/p>\n<p><em><blockquote class=\"quoteleft \"><p>\u00a0<em>&#8222;Ein wunderbarer Wettkampf.<\/em><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ich habe irgendwann mal als Triathlon-Einsteigerin eine Badekappe geschenkt bekommen, da steht drauf: Noch 12.348 Meilen bis nach Kona. Mit den Worten: \u201eDie kann ich nicht tragen, da denkt ja jeder, ich sei qualifiziert&#8220;, ist sie in meiner Schublade verschwunden. Aber ziemlich cool fand ich diese Kappe schon immer.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Als ich mich Ende April diesen Jahres f\u00fcr das Langdistanz-Rennen Kopenhagen am 18. August angemeldet habe, war es noch ein Challenge Rennen. Dann sechs Wochen vor dem Rennen, erhielt ich eine E-Mail vom Veranstalter: mit einem Mal war Kopenhagen Teil der IRONMAN-Serie. Und damit auch Qualifikationsrennen f\u00fcr die IRONMAN World Championship auf Hawaii (Kona). F\u00fcr die M\u00e4nner gab es 40 Slots, f\u00fcr die Frauen 9 Slots. Das macht bei den M\u00e4dels einen Slot pro Altersklasse (AK) aus. Bei ca. 40 M\u00e4dels pro Altersklasse keine gro\u00dfe Hoffnung. Eine Top3 Platzierung in der AK habe ich mir zwar schon gew\u00fcnscht, aber die AK zu gewinnen, so realistisch musste ich sein, war unwahrscheinlich. Auch eine heimliche Wunschzielzeit hatte ich im Kopf: 10:30 Stunden.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Doch schon bei der der ersten Abfahrt der Radstrecke mit dem Auto, war mir klar, dass ich mich von diesem Ziel verabschieden sollte. Selbst ein sehr guter Triathlet, der die Strecke letztes Jahr im Rennen gefahren war, sagte mir, dass er normalerweise 42kmh fahren wollte, in Kopenhagen aber nur auf 39kmh kam. Seine Schnitte sind f\u00fcr mich zwar au\u00dfer Reichweite, aber die Aussage best\u00e4tigte meinen Eindruck vor Ort. Auch Susa gab mir in unserer letzten E-Mail Kommunikation mit auf den Weg, dass es eine \u201eDr\u00fccker-Strecker&#8220; sei, \u201eauf dieser Strecke kannst Du nirgends aufh\u00f6ren zu dr\u00fccken&#8220;, schrieb sie.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Und auf meine Frage, wie ich das Laufen angehen solle, gab sie mir den Rat, dass ich meinen Rhythmus finden sollte. Wenn das ein z\u00fcgiges Tempo zu Beginn sei, m\u00fcsse ich mich dann eben durchbei\u00dfen und das wenn m\u00f6glich beibehalten. \u201eAber bei\u00dfen kannst Du ja&#8220;, schrieb sie noch. Na, Servus. Mit einem Mal war da ganz sch\u00f6n viel Ehrfurcht vor diesem sehr langen, ungewissen Tag. Diese ganze Rechnerei im Vorfeld, welche Zielzeit man haben wolle, war doch Bl\u00f6dsinn, gestand ich mir ein. Ein IRONMAN ist keine olympische Distanz. Zuviele Unbekannte f\u00fcr eine eindeutige Gleichung.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Renntag: Ich wachte auf und war voller Energie. Chaka. Endlich! Das war der dominierende Gedanke. Und als dann der erl\u00f6sende Startschuss f\u00fcr uns zum Schwimmen kam, reagierten wir 240 M\u00e4dels erst mal alle nicht. Konnten es wohl nicht glauben. Der Sprecher sagte: START und dann erst sprangen wir alle ins Wasser, ich in zweiter Reihe rechts. Die ersten 500m schwamm ich gleich mal alleine. Die M\u00e4dels vor mir waren direkt weg, die nach mir hatten einen argen Linksdrall, so dass sie mit gro\u00dfem Abstand von mir schwammen. Erst nach dem ich die erste Br\u00fccke passiert hatte, konnte ich mich dieser Gruppe anschlie\u00dfen, und in der blieb ich dann gl\u00fccklicherweise auch bis zur dritten Br\u00fccke. Ich schwamm stets an zweiter oder dritter Position innerhalb meiner Gruppe. Gegen Ende waren wir irgendwann nur drei, dann zwei M\u00e4dchen und schlie\u00dflich entschied sich jede von uns daf\u00fcr einen anderen R\u00fcckweg zu schwimmen. Mit Sicherheit glaubte jede von uns, sie habe den direkten Schwimmweg ausgew\u00e4hlt zum Schwimmaustieg. Beim Rausrennen schaute ich auf die Uhr: 1:04:53. Damit war ich zweite in meiner Altersklasse.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Als zweite meiner AK, sprang ich aufs Rad. Die Strecke f\u00fchrt anfangs ca. 15 km durch die Stadt (direkt am Nyhavn vorbei), kurvenreich. Es folgten wunderbare ca. 20km am Meer entlang, wegen des R\u00fcckenwinds war mir das der liebste Teil der Strecke &#8211; mit Druck konnte man hier richtig Geschwindigkeit vorlegen. Danach kam der unvermutete Teil der Strecke: 35 km winklig und h\u00fcgelig im Hinterland auf schlechtem Asphalt, da siehst Du Deine super Durchschnittsgeschwindigkeit sch\u00f6n dahinschmelzen. Um jede 0,1 kmh Deines Schnitts k\u00e4mpfst du verzweifelt. Unerbittlich sinkt das Durchschnittstempo bis Du schlie\u00dflich wieder auf dem R\u00fcckweg der 90 km Runde bist: eine langgezogene Auf- und AbStrecke gegen den Wind. Das hei\u00dft jeder neue Anstieg muss schwunglos genommen werde. Wer sagte nochmal Kopenhagen sei flach? Die erste Radrunde f\u00fchrte ich noch als 1. Frau meiner AK an. Nach zwei Radrunden und insgesamt unglaublichen 5:19 Stunden f\u00fcr 180,2 km war ich als knapp Dritte meiner AK in der T2.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Nach einem schnellen Wechsel, bei dem ich Frau Nummer 2 wieder \u00fcberholte lief ich winkend durch die applaudierenden Menschen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Aber was da so leicht aussah, f\u00fchlte sich l\u00e4ngst nicht mehr so an: die Oberschenkel hatten vom Dr\u00fccken schon ordentlich Vorbelastung und waren schon nicht mehr locker. Ich stellte mir Susa vor, wie sie am Rechner sitzt und meine Zeiten verfolgt. Wenn ich jetzt einbreche, dachte ich mir, dann hei\u00dft es, Du bist zu hart Rad gefahren. Das wollte ich auf keinen Fall! Dazu war ich zu stolz. Also biss ich. \u201eBei\u00dfen kannst Du&#8220;, hatte sie gesagt und genau das war in meinen Ohren, jede Zeitmatte, jede der vier Runden. Und immer wieder war da die Verfolgerin, die mich zwischendrin wieder \u00fcberholte, sodass ich wieder \u201enur&#8220; Dritte war. Das Teuflische: ich hatte keine Ahnung, wie sie aussieht. Als permanente Angreiferin wusste sie aber, wer ich bin. Das L\u00e4cheln nicht mehr ganz so leicht auf den Lippen, aber die letzte Runde lag ich 3 Minuten in F\u00fchrung vor der besagten Dritten meiner AK. \u201eJe schneller ich jetzt laufe, desto fr\u00fcher bin ich im Ziel&#8220;, war meine bestechende und einzige noch wirksame Logik. Also rannte ich! Mit 3:47 Stunden beendete ich meinen Marathon und kam, wie ich erst auf den letzten Metern des Zieleinlaufs realisierte auf eine Gesamtzeit von 10:17 Stunden. Es gen\u00fcgte um 2. In meiner AK zu bleiben- mit 7 Minuten Abstand auf die Dritte.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Danke an Susanne Buckenlei von PET. Danke auch meinem Support-Team Papa &amp; Bernd. Und ein dickes Bussi f\u00fcr Mama, die kurz vor dem Rennen entschied, mit dem Nachtzug nach Kopenhagen zu kommen, um bei meinem Wettkampf dabei zu sein.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Das Beste am Tag danach: der Hotdog und die Rikscha Fahrt, als mich meine Beine wegen eines geh\u00f6rigen Muskelkaters nicht mehr tragen wollten. Ach ja, beinahe h\u00e4tte ich es ganz vergessen, da war noch was: meine Badekappe darf ich jetzt ganz ohne schlechtes Gewissen aus der Schublade holen und tragen: die Erstplatzierte meiner AK (35-39) hatte sich schon als 8. Frau gesamt auf Lanzarote qualifiziert&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em><p><cite>Daniela Dihsmaier<\/cite><\/blockquote><div class=\"clear\"><\/div><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Jahren unter dem Challenge Label verleibte sich nur ein paar Wochen vor der Austragung Ironman die Langdistanz in Kopenhagen ein. Ganz unverhofft kam Daniela Dihsmaier so zu einer Hawaii Quali. Wie sie den Wettkampf erlebte erfahrt Ihr in ihrem Wettkampfbericht. Wir sind sehr stolz und sagen herzlichen Gl\u00fcckwunsch und aloha!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":752,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[33,67,54,26,35],"class_list":["post-751","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-resultate","tag-daniela-dihsmaier","tag-hawaii-qualifikation","tag-ironman-kopenhagen","tag-professional-endurance-team","tag-wettkampfbericht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/751","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=751"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/751\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/752"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.professional-endurance-team.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}